Das Radioteleskop Effelsberg wird 50 Jahre alt

Auch 50 Jahre nach seiner Fertigstellung ist das 100m-Radioteleskop des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie das größte voll bewegliche Europas und das zweitgrößte der Erde - und jetzt auch auf einer Sonderbriefmarke.

Radioteleskop Effelsberg
Die VolkswagenStiftung förderte den Bau des Radioteleskops Effelsberg 1967-1971. (Foto: Norbert Junkes/MPIfR)

Der Aufbau des Radioteleskops Effelberg in einem Eifeltal ca. 40 km südwestlich von Bonn erfolgte in gut dreieinhalbjähriger Bauzeit von 1967 bis 1971. Möglich wurde er durch Mittel der VolkswagenStiftung: Die bis dahin größte Einzelbewilligung der Stiftung belief sich auf rund 26 Millionen DM. Davon wurden allein 22,7 Millionen DM zur Finanzierung des auf einen Durchmesser von 100 m ausgelegten schwenkbaren Spiegels und der dazugehörigen mechanischen Konstruktion benötigt. Darüber hinaus wurde ein Labor- und Werkstattgebäude sowie ein Gästehaus errichtet. Betrieben wird die Anlage bis heute vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR).

Der Standort in der Nähe der damaligen Eifeldörfer Effelsberg und Lethert, beide inzwischen Ortsteile der Stadt Bad Münstereifel, überzeugte durch seine gute natürliche Abschirmung, welche wegen der hohen Empfindlichkeit der Empfangsanlage nötig ist. In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurde eine Reihe erfolgreicher Beobachtungen des Universums im Bereich der Radiowellen mit dem Teleskop durchgeführt, von unserer kosmischen Nachbarschaft in der Milchstraße bis zu fernen und fernsten Galaxien. Während dieser Zeit erfolgte stetig eine technische Aufrüstung des Radioteleskops.

Briefmarke
Zu seinem 50. Geburtstag ziert das Radioteleskop Effelsberg eine Sonderbriefmarke im Wert von 155 Cent. (Herausgeber: Bundesministerium für Finanzen, Gestaltung: Michael Menge, Duisburg)

Teleskop ermöglicht Einblicke in die Tiefen des Universums

Seine hochempfindlichen Empfänger sind in der Lage, außerordentlich schwache Radiosignal aus großen Entfernungen im Kosmos aufzuspüren. Astronomen und Astronominnen aus aller Welt nutzen seine Fähigkeiten, um Forschungsprojekte damit durchzuführen. Aus Beobachtungen von Molekülen lassen sich Dichte, Temperatur, Chemie und Dynamik im interstellaren Gas bestimmen, und damit in Regionen, in denen sich neue Sterne bilden. 

Seit ihren Anfängen in den 1930er Jahren dringt die Radioastronomie in Tiefen des Universums ein, die dem sichtbaren Licht versperrt bleiben. Mit dem Teleskop werden Pulsare, kalte Gas- und Staubnebel, die Orte der Sternentstehung, Materiejets von Schwarzen Löchern und die Kerne entfernter Galaxien sowie Radioemission und Magnetfelder in unserer Milchstraße und nahen Galaxien beobachtet. 

Das Effelsberger Teleskop ist zudem Teil des weltweiten Netzwerks: Die Kombination verschiedener Teleskope im interferometrischen Betrieb ermöglicht es, die schärfsten Bilder des Universums zu erhalten. "Das 100m-Teleskop ermöglicht hochempfindliche Messungen im Verbund mit anderen Teleskopen auf der ganzen Welt und sogar im Weltraum, die uns helfen die Eigenschaften von Galaxienkernen im Universum zu untersuchen und diese mysteriösen Objekte zu verstehen", sagt Anton Zensus, der als Direktor am MPIfR die Forschungsabteilung "Radioastronomie/VLBI" leitet. 

Mehr Informationen zum Radioteleskop Effelsberg finden Sie in der Pressemitteilung des MPIfR.