Das Fazit der Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sowie der Universitäten Kiel und Lüneburg lautet: Zahlt die Versicherung zu oft, droht Landwirten langfristig der Ruin.
Versicherungen können Landwirten helfen, Trockenperioden zu überleben. Sie können aber auch langfristig zur Überweidung führen und damit deren Existenz bedrohen, wenn die Versicherung bereits bei einer mittleren Dürre zahlt und Landwirte deswegen ihre Bewirtschaftung ändern. Das ist das Ergebnis der weltweit ersten Studie zu den ökologischen Auswirkungen von Regen-Index-Versicherungen.
Da die internationale Staatengemeinschaft auf der UN-Klimakonferenz in Cancun einen Fond beschlossen hat, mit dem ab 2020 die Industriestaaten die Entwicklungsländer mit 100 Milliarden Dollar pro Jahr unter anderem für Klimaanpassung unterstützen wollen, könnten solche Regen-Index-Versicherungen in den nächsten Jahren einen Boom erleben. Die Politik sollte daher besonders vorsichtig sein, wenn sie solche Versicherungen zum Beispiel mit Subventionen unterstütze. Nur wenn Ökologie und Ökonomie berücksichtigt würden, könnten negative Auswirkungen auf die Ökosysteme verhindert und so die Existenz der Landwirte langfristig gesichert werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Ecological Economics.
Die Studie wurde von der VolkswagenStiftung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG-Sonderforschungsbereich "Wechselwirkungen zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt") gefördert.
Mehr Informationen zur Studie finden Sie unter http://www.ufz.de/index.php?de=22127.
Publikation:
Birgit Müller, Martin F. Quaas, Karin Frank and Stefan Baumgärtner (2011):
Pitfalls and potential of institutional change: Rain-index insurance and the sustainability of rangeland management. Ecological Economics. 70(11), 2137-2144. http://dx.doi.org/10.1016/j.ecolecon.2011.06.011
Foto: Rinder auf Namibianischer Farm (Fotografin: Dr. Birgit Müller/UFZ)
