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Neue Vorhaben für die Region Mittelasien/Kaukasus

25. November 2011 2011-11-25
Foto: Institut für Geographische Wissenschaften,

Das Kuratorium der VolkswagenStiftung stellt rund 720.000 Euro für zwei neue Projekte aus der Initiative "Zwischen Europa und Orient - Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft" bereit.

Mit 340.000 Euro unterstützt die VolkswagenStiftung den Aufbau eines Lehr- und Forschungsclusters zum Thema "nachhaltige Landnutzung" durch Professor Otto Kaufmann von der Humboldt-Universität Berlin und Dr. Ishen Alikejev von der Kirgisischen Nationalen Agraruniversität Bischkek. Unter dem Titel "Utilization and protection of agricultural ecosystems in Central Asian high mountains - case study Kyrgyz alpine pastures" nehmen die Projekte aktuelle Herausforderungen auf dem Feld der Nutztierwissenschaften in den Blick. So untersuchen die Agrarwissenschaftler etwa, wie regenerationsfähig die Vegetation und wie produktiv die Weideökosysteme in der Region sind. Wie bereits eine ebenfalls von der Stiftung in den vergangenen fünf Jahren geförderte Graduiertenschule für Nutztierwissenschaften an der Kirgisischen Agraruniversität in Bischkek richtet sich das Angebot an den akademischen Nachwuchs: zum einen an herausragende und schon fortgeschrittene Studierende der Agrar- und Umweltwissenschaften in Bischkek, zum anderen an sowohl deutsche als auch kirgisische Doktoranden, die sich über eine Reihe von Forschungsvorhaben qualifizieren können. Auf die Teilnehmer warten ergänzend Methodentrainings in Berlin sowie Sommerschulen und Workshops, die an beiden Standorten stattfinden.

Rund 380.000 Euro stellt die VolkswagenStiftung für das Projekt "Kulturelle Semantik Georgiens zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer" zur Verfügung. Die aktuellen Spannungen im Prozess der Neuverortung Georgiens nach dem Zerfall der Sowjetunion bilden den Rahmen des Vorhabens von Professorin Sigrid Weigel vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin und Professor Dr. Giga Zedania von der Ilia State University in Tbilisi, Georgien.
In der Zuspitzung der georgisch-russischen Konflikte im Jahr 2008 wurde deutlich, auf welch komplexe Weise die nationale Selbstverständigung Georgiens einerseits überlagert wird von den Nachwirkungen der Sowjetzeit beziehungsweise dem imperialen russischen Deutungsanspruch über die Region sowie andererseits von weiter zurückreichenden Konflikten zwischen verschiedenen ethnischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten innerhalb Georgiens. Vor diesem Hintergrund fragen die Wissenschaftler nach den Mechanismen und Formen symbolischer Umdeutungen des geographischen Raums, die – bedingt durch Georgiens Lage als Grenzraum zwischen Asien und Europa, Orient und Okzident – auch das kulturelle Selbstverständnis Europas betreffen. Darüber hinaus verfolgt das deutsch-georgische Gemeinschaftsvorhaben in wissenschaftspolitischer Perspektive das Ziel, die kulturwissenschaftliche Forschung in Georgien zu stärken.

Weitere Informationen zur Förderinitiative finden Sie unter "Zwischen Europa und Orient - Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft".

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