Seit dem 7. Februar ist Michael Matschiner mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern des Alfred-Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Antarktis unterwegs. Der Evolutionsbiologe von der Universität Basel nutzt das schwimmende Großlabor, um der Artenvielfalt und Verbreitung von Eisfischen auf die Spur zu kommen.
„Seit wir in Punta Arenas an Bord gegangen sind, haben wir Südgeorgien, die Südorkney-Inseln und King George Island besucht und dabei meist erfolgreich Eisfische gefangen, die ja meine Forschungsobjekte sind. Wir sind jetzt da, wo vor 16 Jahren das Larsen A Eisschelf abgebrochen ist, haben bestes Wetter und eine wunderbare Sicht auf die Antarktische Halbinsel“, berichtet der Doktorand. „Wir werden nun 16 Tage in der Region der Larsen A und B Schelfe verbringen, um die Veränderungen am Meeresboden zu untersuchen, die seit dem Kollaps der beiden Eisschelfe eingetreten sind.“
Matschiners Untersuchungen zur Ausbreitung und Anpassung der Eisfische, die nur in den Gewässern rund um den antarktischen Kontinent vorkommen, werden von der VolkswagenStiftung im Rahmen ihrer Initiative „Evolutionsbiologie“ gefördert. Besonders faszinierend sind Matschiners Forschungsobjekte, weil sie sich mit Hilfe von Gefrierschutzproteinen ein bis zu minus zwei Grad kaltes Gewässer erobern konnten, das den meisten anderen Fischgruppen unzugänglich ist. Auch sonst erweisen sich Eisfische als sehr anpassungsfähig und besetzen unterschiedliche ökologische Nischen. Mit dem Vergleich der Gene auch räumlich weit entfernter Populationen will Michael Matschiner beweisen, dass Meeresströmungen in die Analyse von Artbildungsprozessen einbezogen werden müssen.
Unter "Wo ist Polarstern" zeigt das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, wo sich Michael Matschiner mit der Polarstern gerade aufhält.
