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"Eric Kandel Young Neuroscientists Prize" für Lichtenberg-Professor Mouritsen

03. Juni 2011 2011-06-03
Foto (v.l.n.r.): Dr. Michael Endres, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung, Prof. Dr. Eric Kandel, Nobelpreisträger für Medizin 2000, Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Preisträger, Prof. Dr. Sten Grillner, Präsident der FENS (Fotograf: Norbert Miguletz)

Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Oldenburger Biologe und Inhaber einer Lichtenberg-Professur, ist mit dem "Eric Kandel Young Neuroscientists Prize" ausgezeichnet worden.

Die Verleihung fand am 1. Juni 2011 im Rahmen der Festveranstaltung "Nobelpreisträger im Gespräch" vor rund 950 Gästen in der Frankfurter Paulskirche statt. Der Preis ist nach dem amerikanischen Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel benannt. Er wird alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung in Kooperation mit der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) an einen europäischen Nachwuchswissenschaftler verliehen, der sich durch herausragende wissenschaftliche Produktivität und Kreativität auszeichnet. Mouritsen erhielt die mit 75.000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen von Eric Kandel, Namensgeber des Preises.

Der 39-jährige Mouritsen forscht und lehrt seit 2002 an der Universität Oldenburg, wo er die von der VolkswagenStiftung geförderte internationale Nachwuchsgruppe "Neurosensorik/Animal Navigation" leitete. Seit 2007 ist er Inhaber einer mit 1,5 Millionen Euro geförderten Lichtenberg-Professur. In seiner Forschung widmet er sich den verhaltensbiologischen, molekularen, physiologischen und kognitiven Mechanismen, die der Langstreckennavigation von Zugvögeln zu Grunde liegen.

Wenn Zugvögel auf ihren Flügen zwischen Brut- und Überwinterungsquartier tausende Kilometer zurücklegen, arbeitet ihr Navigationssystem mit faszinierender Präzision. Es gelang Henrik Mouritsen und seiner Arbeitsgruppe, vier Hirnareale zu identifizieren, mit denen Vögel das Erdmagnetfeld auf zweierlei Weise wahrnehmen und zur Orientierung nutzen: Zwei Areale verarbeiten lichtabhängige Informationen vom Auge, mit denen die Kompassrichtung des Magnetfeldes visuell wahr genommen wird. Die anderen beiden Areale sind über Nervenbahnen mit einem Teil des Schnabels verbunden, wo ein Magnetsensor aus eisenmineralhaltigen Kristallstrukturen vermutet wird.

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