Pro Geisteswissenschaften / Focus on the Humanities
Bewilligungen / Grants 2008
Opus magnum
Clemens Fürst von Metternich - eine Biographie
Bewilligung: 21.08.2008 Laufzeit: 1 Jahr
Das ‚opus magnum’ des Münchner Historikers Prof. Dr. Wolfram Siemann behandelt die Biographie des österreichischen Staatskanzlers Clemens Fürst von Metternich (1773–1859); sie soll die Bedeutung dieses – etwa im Vergleich zu Otto von Bismarck – weit unterschätzten Politikers für die europäische und deutsche Geschichte sichtbar machen und viele zeitgebundene Fehlurteile korrigieren. Das Vorhaben bezieht die modernen Erkenntnisse der Frühneuzeit- und Nationalismusforschung ein und will im Prisma der Lebensgeschichte einen neuen Blick eröffnen für jene Epoche des Übergangs und Zusammenbruchs transnationaler Imperien: Sie entwickelt neue historische Koordinaten für die deutschen Reichstraditionen, die Nationalstaats- und Verfassungsbildung, die ‚soziale Revolution’ (Metternich) sowie die aufkommenden imperialen Mächterivalitäten in Europa. Das Werk wird die erste intensiv aus Akten und Nachlässen erarbeitete Gesamtdarstellung seit 1925 sein und damit letztlich auch zu einer zeitgemäßen Neubewertung der Geschichte Mitteleuropas im Übergang vom 18. Jahrhundert in die Moderne beitragen.
Universität München
Historisches Seminar
Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
Prof. Dr. Wolfram Siemann
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: 089 2180 2960
Fax: 089 2180 2961
Homepage: http://www.ngzg.geschichte.uni-muenchen.de/personen/ls_siemann/siemann/index.html
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Die gewöhnlichen Wunder des menschlichen Geistes
Bewilligung: 21.08.2008 Laufzeit: 1 Jahr
Menschen wie auch alle Tiere interagieren mit ihrer Umgebung, indem sie sich bewegen. Bewegungen beruhen auf der Kontraktion von Muskeln. Für jede, aber auch wirklich jede Handlung ist also, letztlich zu entscheiden, welche Muskeln mit welcher Stärke wie lange zu kontrahieren sind. Trotz etwa 600 willkürlich kontrahierbarer Muskeln bewältigt das menschliche Gehirn diese Aufgabe ohne jede Anstrengung. Wie wird diese Fähigkeit erworben? Welche Strukturen liegen der Handlungssteuerung zugrunde und wie kann man sich erklären, dass wir unsere Glieder in der Regel mühelos so bewegen, dass das, was wir wollen, auch erreicht wird? Das Projekt zielt darauf, die Forschung und die gewonnenen Einsichten zu diesen Fragen einer interessierten Öffentlichkeit zu vermitteln und dabei das Wunder deutlich zu machen, das unser Gehirn bei der Kontrolle alltäglicher Handlungen vollbringt.
Universität Würzburg
Psychologisches Institut
Lehrstuhl III: Kognitive Psychologie
Prof. Dr. Joachim Hoffmann
Röntgenring 11
97070 Würzburg
Tel.: 0931 31 2645
Fax: 0931 31 2815
Homepage: http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/i3pages/
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All' antica - Das Ornament in der Architektur der Frührenaissance
Bewilligung: 21.08.2008 Laufzeit: 1 Jahr 6 Monate
Ohne Ornament war in der Vormoderne ein Bauwerk von Rang schlechthin nicht vorstellbar. Es diente dem Schmuck und der Repräsentation, unterstrich zum einen den Status und den Anspruch des Bauherrn, war zum anderen aber auch von der Baufaufgabe abhängig und dem Gebot der Angemessenheit und des Decorums unterstellt. Architekturästhetik und Prestigedenken verbanden sich in ihm mit gesellschaftlicher Symbolik. Geradezu exemplarisch zeigt sich dies in der Architektur der italienischenen Renaissance, da in ihr der Baudekor ein völlig neuartiges Gepräge erhielt und zunehmend auch auf theoretische Grundlagen gestellt wurde. Das geplante Buch konzentriert sich auf die erste große Phase dieser Entwicklung, die Frührenaissance, den Zeitraum 1420-1490. Systematisch untersucht werden erstmals die Genese des mit den Bauten Brunelleschis einsetzenden neuen Architekturdekors in Florenz und dessen Rezeption und weitere Entfaltung im übrigen Italien, unter Einbeziehung auch der zeitgenössischen Architekturtheorie und unter besonderer Berücksichtigung der Frage nach der im Architekturdekor der Frührenaissance greifbaren produktiven Auseinandersetzung mit dem historischen Paradigma der Antike, die als Leitfrage über den Einzelanalysen steht.
Universität Münster
Institut für Kunstgeschichte
Prof. Dr. Joachim Poeschke
Domplatz 23
48143 Münster
Tel.: 0251 8325426
Fax: 0251 8324538
Homepage: http://www.uni-muenster.de/Kunstgeschichte/Welcome.html
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Magie der Natur: Zur Ideengeschichte neuzeitlicher Medizin
Bewilligung: 18.07.2008 Laufzeit: 2 Jahre
Die Idee der "natürlichen Magie" (lat. magia naturalis) beflügelte in Renaissance und früher Neuzeit den wissenschaftlichen Aufbruch in Medizin und Naturforschung, insbesondere in der Alchemie. Die "Heilkraft der Natur" hatte nach zeitgenössischer Vorstellung ihren Ursprung in Gott; ihr Geheimnis sollte durch intensive Forschung entschlüsselt und vor allem für die ärztliche Praxis dienstbar gemacht werden. Später wollte sich die akademische Medizin unter dem Vorzeichen der Aufklärung und der modernen Naturwissenschaften explizit von ihrem "okkulten" Erbe lösen. Gleichwohl wirkte dieses mehr oder weniger untergründig weiter, wie die Phänomene des Mesmerismus und Hypnotismus belegen. Sigmund Freuds Lehre vom Unbewussten kann in dieser Perspektive (auch) als ein Rückgriff auf die Idee der natürlichen Magie verstanden werden. Die heutige High-Tech-Medizin ist mit dem nach wie vor rätselhaften Placebo-Effekt konfrontiert, der offenbar in der menschlichen Natur angelegt ist und magisch anmutende Wirkungen entfalten kann. Insofern thematisiert das Projekt nicht zuletzt "Magie und Zauber in der modernen Medizin", wie es der Psychosomatiker Arthur Jores (1901-1982) einmal formuliert hat.
Universität Bonn
Medizinhistorisches Institut
Prof. Dr. Dr. Heinz Schott
Sigmund-Freud-Straße 25
53105 Bonn
Tel.: 0228 287 5001
Fax: 0228 287 5006
Homepage: http://www.mhi.uni-bonn.de/index.php?site=seiten/mitarbeiter/mitarbeiterseiten/schott.html
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Spezifizität als grammatische Kategorie zwischen Intentionalität und Indexikalität
Bewilligung: 23.07.2008 Laufzeit: 2 Jahre
Die grammatische Kategorie "Spezifizität? lässt sich an den Satz verdeutlichen, den Umberto Eco als Motivation für das Verfassen seines Romans "Der Name der Rose? geäußert hat: Umberto Eco:Ich hatte den Drang, einen Mönch zu vergiften.? Dieser Satz hat (mindestens) zwei Lesarten: (i) in der spezifischen Lesart wollte Eco einen bestimmten Mönch (literarisch) vergiften und in der nicht-spezifischen Lesart wollte er einfach einmal irgendeinen Mönch vergiften. Dieser feine, aber doch sehr wichtige Kontrast wurde erst Ende der 60er Jahre von der theoretischen Linguistik beschrieben, die dann die neue referenzielle Kategorie "Spezifizität? neben der altbekannten Kategorie "Definitheit? etablieren konnte. Spezifizität hat etwas mit dem Sprecherwissen über die Identität Referenten zu tun, d.h. mit der Identität des Objekts, auf das wir verweisen oder referieren. In einem spezifischen Gebrauch einer indefiniten Nominalphrase (ein Mönch) drückt die Sprecher seine Intention oder Absicht aus, auf einen bestimmten Referenten verweisen zu wollen. Diese neue Kategorie wurde in den folgenden Jahren in vielen Sprachen nachgewiesen und so ließen sich zuvor schwer zu erklärenden grammatische Kontraste besser beschreiben.
Universität Stuttgart
Institut für Linguistik / Germanistik
Professor Dr. Klaus von Heusinger
Postfach 10 60 37
70049 Stuttgart
Tel.: 0711 685 83140
Fax: 0711 685 83141
Homepage: http://www.ilg.uni-stuttgart.de/vonHeusinger/
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Dilthey-Fellowships
Historische Rezeptionsforschung
Bewilligung: 17.07.2008 Laufzeit: 5 Jahre
Das Projekt setzt an beim Problem der Objektivierung von Textbedeutungen. Mit dem Paradigmenwechsel von 'produktions-' zu 'rezeptionsästhetischen' Ansätzen um 1970 wurde zwar die Autorintention als alleinige Richtschnur der Interpretation eines 'impliziten' oder 'idealen Lesers' ergänzt, der reale Leser blieb jedoch nahezu unberücksichtigt. Das Verfahren einer 'Historischen Rezeptionsforschung' setzt hingegen die Zeugnisse tatsächlicher Rezeptionsvoränge als wichtigsten Bezugspunkt für die Rekonstruktion historisch adäquater Textbedeutungen und ermittelt für das zeitgenössische Verständnis relevante, werkexterne Kontexte. Zentral für das Projekt ist eine Studie zum 'Frauenroman' des späten 19. Jahrhunderts, einem wenig erschlossenen Bereich deutscher Literatur, der traditionell zu aktualisierenden Lektüren einlädt und an dem die Leistungsfähigkeit der Methode gut erprobt werden kann. Über diese gegenstandsbezogene Studie hinaus wird eine Revision literarhistorischer Forschung in grundsätzlicher Dimension angestrebt.Dies umfasst neben einem Wiederanschließen an ältere literatursoziologische Forschungsansätze vor allem deren rezeptionspsychologische Revision durch eine Integration neuerer humanwissenschaftlicher Forschungen.
Universität Göttingen
Seminar für Deutsche Philologie
Dr. Katja Mellmann
Käte-Hamburger-Weg 3
37073 Göttingen
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Das Rätsel des Bewusstseins. Auf der Suche nach einer integralen Theorie
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
In den letzten Jahren lieferten die empirisch arbeitenden Wissenschaften neue Erkenntnisse, die für das Verständnis des Bewusstseins von großer Tragweite zu sein scheinen. Es geht um die entscheidende Frage, wie weit die Konsequenzen neurobiologischer Ergebnisse für die Konzeption einer Bewusstseinstheorie reichen. Die Probleme der reduktiv-physikalistischen Ansätze führten zu einer Renaissance zweier Ansätze: der Emergenztheorie des Geistes und des Panprotopsychismus, die beide beanspruchen, den Problemen der bisherigen Ansätze entgehen zu können. Ziel des Forschungsprojekts ist es, zum einen wichtige Konzepte wie "Kausalität" oder "Materie", die in der Debatte eine Rolle spielen, zu untersuchen, zum anderen den systematisch-anthropologischen, "ontologischen" Erklärungswert der vorgestellten naturwissenschaftlich vorgehenden Theorien zu erarbeiten und für das Bewusstseinsproblem fruchtbar zu machen. Hier ist herauszuarbeiten, dass und wie die naturwissenschaftlichen Modelle und die philosophische Reflexion zusammenarbeiten können, um auf dem Stand gegenwärtiger Naturforschung und philosophischer Reflexion einen weiterführenden Beitrag zur Lösung des Rätsels des Bewusstseins zu leisten.
Universität Mainz
Fachbereich 05 - Philosophie und Philologie
Philosophisches Seminar
Arbeitsbereich Praktische Philosophie
Dr. Tobias Müller
Postfach
55099 Mainz
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Grenzen des Handelns - Zum Ereignischarakter sozialer Entwicklungen
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
Das Projekt will einen Beitrag für einen modernen Begriff von Freiheit leisten. In Frage gestellt wird Freiheit u. a. durch die Gegenüberstellung von Freiheit und der Macht sozialer Strukturen, weshalb sozialwissenschaftliche Theorien häufig einen starken Aspekt der Handlungskompetenz verwerfen: die bewusste Transformation sozialer Strukturen. Damit entsteht schon innertheoretisch ein Konflikt zwischen dem Wissen um die Gewordenheit sozialer Strukturen durch menschliches Handeln und dem Erleben institutionellen Beharrungsvermögens. Ziel des Projekts ist deshalb die Bewertung der Möglichkeit von absichtsvoll herbeigeführten institutionellen Veränderungen. Dazu sollen vier Problemkreise bearbeitet werden, die für ein Verständnis des Handlungs- und Ereignischarakters sozialer Entwicklungen wesentlich sind: (1) die Spannung zwischen dem modernen Verständnis von Subjektivität und ihrer Verwirklichung; (2) die Besonderheit der Logik geschichtlicher Ereignisse; (3) die Mehrstufigkeit der Subjektivität struktureller Transformationen und schließlich (4) Möglichkeiten der Instantiierung struktureller Transformation.
Universität Leipzig
Institut für Philosophie
Dr. Christian Schmidt
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig
Tel.: 0341 97-35823
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Wir sind biologische Lebewesen - Konsequenzen und Perspektiven einer ontologischen Theorie
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
Was sind wir? Wir sind gewiss Subjekte von Gedanken und Empfindungen, Personen mit Rechten und Pflichten, eingebunden in eine Vielzahl sozialer Zusammenhänge. Wesentlich jedoch sind wir biologische Lebewesen. Diese ontologische Auskunft bildet den Ausgangspunkt des Projekts. Gezeigt werden soll, dass sie nicht nur zu einer Lösung des Problems der personalen Identität ausgebaut, sondern darüber hinaus auch für eine Analyse des Selbstbewusstseins fruchtbar gemacht werden kann. Einen Schwerpunkt dabei bildet die Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen und kognitionswissenschaftlichen Forschungen. Das Ziel ist letztlich die Erarbeitung einer philosophisch leistungsstarken und empirisch anschlussfähigen Theorie, die direkt unser Selbstbild betrifft und insofern auch dazu beiträgt, besser zu verstehen, inwiefern wir Teil einer natürlichen Welt sind, ohne sich dabei allerdings auf möglicherweise überzogene naturalistische (reduktionistische) Annahmen zu verpflichten.
Universität Frankfurt am Main
Institut für Philosophie
Dr. Gerson Reuter
Grüneburgplatz 1
60629 Frankfurt am Main
Tel.: 069 798-32800
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Wissenschaft im Unternehmen. Naturwissenschaftliche Forschung in der deutschen chemischen Industrie im 20. Jahrhundert
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist auch eine Geschichte der Verwissenschaftlichung. In wichtigen Industriezweigen prägt naturwissenschaftliche Forschung das Gesicht vieler Unternehmen, ja war eine Voraussetzung und Bedingung ihres Aufstiegs. Besonders deutlich ist diese Entwicklung in der deutschen chemischen Industrie: An ihrem Beispiel untersucht das Forschungsprojekt die Bedingungen industrieller Forschung, ihre Organisation in den Unternehmen und ihre Verbindung mit der universitären Wissenschaft. Am Anfang steht die Überlegung, dass Wissenschaft, die nach Wahrheit sucht, nicht einfach ohne weiteres erfolgreich in einem ökonomischen Umfeld, dem es um Rentabilität gehen muss, organisiert werden kann. Ziel des Projektes ist es daher, die Voraussetzungen der industriellen Forschung, ihre Funktionsweise und auch ihre Veränderungsdynamik für das 20. Jahrhundert aufzuklären. Der Rückgriff sowohl auf unternehmenshistorische als auch auf wissenschaftshistorische Methoden gewährleistet dabei, diesem gewissermaßen an der Grenze zwischen den Realitätsbereichen Wissenschaft und Wirtschaft gelegenen Forschungsgegenstand gerecht zu werden.
Universität Frankfurt am Main
FB 08: Philosophie und Geschichtswissenschaften
Historisches Seminar
Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Dr. Michael C. Schneider
Grüneburgplatz 1
60629 Frankfurt am Main
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Wenn der Rahmen zum Thema wird. Das Spiel mit den Grenzen ästhetischer Wahrnehmung in den Künsten des 20. Jahrhunderts
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
In & Out & Between. Die Rahmung in den Künsten des 20. Jahrhunderts Was wäre ein Kunstwerk ohne seine Rahmung? Die verbreitete Rede vom 'bloßen' Beiwerk im Unterschied zum 'eigentlichen' Kunstwerk, die sich auf die 'randständige' Position und das häufig unscheinbare Wesen von Rahmungen stützt, ist trügerisch. Rahmungen sind häufig unterschätzte, dabei höchst wirkmächtige Größen. Ein 'Eigentliches'- hieße es Darstellung, Werk, Form, Gehalt, Inhalt - kann es nicht geben ohne die Weise, in der es gerahmt und gezeigt wird. Die Rahmung ist daher ein wichtiger, ja unverzichtbarer Modus der Präsentation und der Konstitution eines Kunstwerks. Im Projekt soll anhand von Beispielen aus Literatur und bildender Kunst eine Analyse der Rahmung vorgenommen werden, und zwar sowohl konkret für das einzelne Kunstwerk als auch allgemein als grundlegende Kategorie der ästhetischen Kommunikation. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf den Künsten des 20. Jahrhunderts, da die Rahmung seit der Moderne zunehmend zum Gegenstand der Reflexion künstlerischer Theorie und Praxis geworden ist und eine Exponierung und Ausdifferenzierung rahmender Strategien zu beobachten ist.
Freie Universität Berlin
Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft/ AVL
Dr. Annette Gilbert
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
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Wissenschaft und Werte
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
Die Wissenschaft gibt nicht einfach eine wertfreie Beschreibung von Tatsachen, sondern ist im Gegenteil wertdurchdrungen: Dies ist ein wesentliches Resultat der Wissenschaftstheorie ebenso wie der empirischen Wissenschaftsforschung. Inwieweit diese Wertdurchdrungenheit mit dem Ideal der Objektivität wissenschaftlichen Wissens vereinbar ist, ist umstritten. Diese Frage zu untersuchen, ist das Ziel des Forschungsvorhabens. Das Vorhaben verfolgt drei komplementäre Ansätze: Der erste besteht in einer begrifflichen Analyse der einzelnen Werte und Wertklassifikationen mit dem Ziel, diese zu explizieren und ihre Vereinbarkeit mit Objektivitätsidealen zu untersuchen. Zweitens soll die Geschichte einzelner Werte sowie der historische Kontext von deren Entstehung rekonstruiert werden. Schließlich sollen die verschiedenen Konzeptionen der Wertdurchdrungenheit der Wissenschaft in exemplarischen wissenschaftshistorischen Studien geprüft werden.
Universität Bielefeld
Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT)
Dr. Cornelis Menke
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
Tel.: 0521 106-4658
Fax: 0521 106-4658
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Identitätsstiftung und Repräsentation. Korporative Siegelbilder im Spätmittelalter
Bewilligung: 05.06.2008 Laufzeit: 5 Jahre
Die Repräsentation korporativer Identität durch Bilder ist keine Erfindung der Moderne: Bereits im 12. Jahrhundert begannen soziale Gruppen von Kommunen bis zu religiösen Gemeinschaften sich Siegel anzueignen, die zuvor Individuen vorbehalten gewesen waren. Das auf antiken Wurzeln beruhende Bildmedium beglaubigt bis heute in der schriftbasierten Rechtskommunikation die Identität des Dokumentenausstellers. In seinen rechtlichen Funktionen ist das Siegel schon vielfach untersucht worden. Doch eine umfassende wahrnehmungs- und mediengeschichtliche Untersuchung fehlt. Daher nimmt das Projekt die korporativen Siegel des Spätmittelalters unter einer bildwissenschaftlichen Perspektive in den Blick: Mit dem Aufkommen neuer, genossenschaftlicher Siegelführer kam es im Bildsystem Siegel zu einer enormen Vermehrung von Motiven und medialen Strategien. Dank der langfristigen Förderung kann erstmals auf breiter Quellenbasis analysiert werden, wie das Siegel in seinem miniaturisierten Format, seiner plastischen Materialität und seiner reproduktiven Medialität dieses Spannungsfeld zwischen Identitätsstiftung und Repräsentation erzeugte.
Universität Gießen
Institut für Kunstgeschichte
Dr. Markus Späth
Otto-Behaghel-Straße 10/G
35394 Gießen
Tel.: 0641 99-28284
Fax: 0641 99-28289
Homepage: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb04/institute/kunstgeschichte/personen/spaeth.markus
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Informationen
zu dieser Initiative:
Merkblatt
Bislang geförderte Projekte:
Bewilligungen 2009
Bewilligungen 2008
Bewilligungen 2007
Bewilligungen 2006
allgemein:
Was Antragsteller wissen müssen
Publikationen:
"Geistesgegenwart und Geisteszukunft. Aufgaben und Möglichkeiten der Geisteswissenschaften" (Eröffnungskonferenz 2006).
"Pro Geisteswissenschaften"
(Wissenschaftsmanagement, 11.2007).
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