Schumpeter-Fellowships
Bewilligungen / Grants 2011
Förderung der Einwilligungsfähigkeit in medizinische Maßnahmen bei Demenz durch ressourcenorientierte Kommunikation
Bewilligung: 22.03.2011 Laufzeit: 5 Jahre
In Zusammenarbeit von Psychologie, Rechtswissenschaft und Medizin soll die Fähigkeit von Demenzkranken zur Einwilligung in die Heilbehandlung untersucht werden. Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass diese Patienten gegenwärtig dadurch benachteiligt werden, dass die zur Feststellung ihrer Einwilligungsfähigkeit angewendeten Methoden sehr von ihren verbalen kommunikativen Fähigkeiten abhängen, gerade diese jedoch durch die Krankheit eingeschränkt sind. So wird vielfach die Einwilligungsfähigkeit in der Praxis schlicht vorausgesetzt, bis der Patient die Behandlung ablehnt. Nicht selten sind auch eine inadäquate Aufklärung des Patienten und die fehlerhafte Annahme seiner Einwilligungsfähigkeit. Das Vorhaben konzentriert sich vor diesem Hintergrund auf zwei Forschungsfragen: Welche Zusammenhänge bestehen zwischen spezifischen verbalen und nonverbalen kommunikativen Fähigkeiten und der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit der Patienten? Wie kann diese durch eine an die kommunikativen Fähigkeiten angepasste Information durch den behandelnden Arzt verbessert werden?
Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Arbeitsbereich Interdisziplinäre
Alternswissenschaft
Dr. Julia Haberstroh
Postfach
60054 Frankfurt am Main
Tel.: 069 798 22681
* * * *
Understanding Default Effects: Psychological Foundations, Economic Consequences and Implications for Public Policy
Bewilligung: 30.03.2011 Laufzeit: 5 Jahre
Untersucht werden soll zunächst, "weshalb nicht bindende Regelungen auch dann Verhaltenskonsequenzen haben, wenn diese aus traditioneller ökonomischer Perspektive nicht zu erwarten sind". Ferner soll analysiert werden, welche ökonomischen Auswirkungen solche "Defaulteffekte" haben und "welche Implikationen sich hieraus für die Gestaltung optionaler Regelungen ergeben". Derartige Regelungen kommen zur Anwendung, wenn ihr Adressat sich nicht anders entscheidet. Als Beispiele dafür werden genannt die generell vermutete Zustimmung zu einer Organspende, wenn der Einzelne sich nicht ausdrücklich gegen sie entscheidet, die Wahl des Versicherungsschutzes bei Fahrzeugversicherungen und das Sparverhalten im Rahmen privater Vorsorge. In einem ökonomischen Modellrahmen sollen zunächst mögliche Ursachen von Defaulteffekten und deren Zusammenspiel theoretisch analysiert werden. Anschließend "sollen die kausalen Wirkungsmechanismen hinter Defaulteffekten mithilfe von Experimenten sowie mit neurowissenschaftlichen Methoden" wie Registrierung der Blickrichtung und funktioneller Magnetresonanztomographie geklärt werden. Abschließend werden die sozioökonomischen Auswirkungen von "Default-Regelungen" und Konsequenzen für die Politik untersucht.
IZA Forschungsinstitut zur
Zukunft der Arbeit, Bonn
Dr. Steffen Altmann
Postfach 72 40
53072 Bonn
Tel.: 0228 38 94 403
Fax: 0228 38 94 501
Homepage: http://www.iza.org/de/webcontent/personnel/photos?key=2018
* * * *
Im "Ring sicherer Nachbarstaaten". Regionale und lokale Effekte des extraterritorialen Engagements der Europäischen Union in Belarus, Ukraine und der Republik Moldau
Bewilligung: 22.03.2011 Laufzeit: 5 Jahre
Die EU nimmt zunehmend Einfluss auf angrenzende Nachbarstaaten mit dem Ziel, die eigenen Grenzen zu sichern durch Einwirkung auf deren Vorfeld. Das Projekt soll das am Beispiel von Belarus, der Ukraine und der Republik Moldau für die Politikfelder Migration, Bildung und Wohlstandsförderung untersuchen. Dabei soll die gegenseitige Bedingtheit von Integration und extraterritorialer Intervention herausgearbeitet und durch Anwendung bisher in der Geographie nicht verwendeter ethnographischer Methoden die aktuelle Dynamik sozialräumlicher Verhältnisse der Nachbarstaaten erfasst werden. Zunächst soll gezeigt werden, dass der Sicherheitsdiskurs der EU als hegemoniales Konzept verschiedene Politikfelder durchzieht. Ferner sollen die Intentionen ermittelt werden, die die EU mit ihren Interventionen verfolgt und dabei beabsichtigte und nicht intendierte Wirkungen, Folgen und Machteffekte verdeutlicht werden. Schließlich soll geklärt werden, warum die Nachbarstaaten sich auf das sicherheitspolitisch unterlegte Agieren der EU einlassen. Als Ergebnis werden praxisbezogene Hinweise auf Möglichkeiten erwartet, die Beziehungen zwischen der EU und ihren Nachbarstaaten neu zu gestalten. Insgesamt liegt das Projekt im Schnittfeld von Sozialgeographie, Kulturwissenschaften, Soziologie und Ethnologie.
Leibniz-Institut für Länderkunde e.V., Leipzig
Dr. Bettina Bruns
Schongauerstr. 9
04329 Leipzig
Tel.: 0341 600 55 131
Fax: 0341 600 55 198
* * * *
Financialization: History, Economics, Politics
Bewilligung: 22.03.2011 Laufzeit: 5 Jahre
Der Begriff "Finanzialisierung" meint den starken Anstieg der Verschuldung von Haushalten und Unternehmen in den letzten Jahrzehnten. Diese Entwicklung soll im ersten, wirtschaftsgeschichtlich ausgerichteten Teilprojekt für den Verlauf des 20. Jahrhunderts und vor allem seit den 1970er Jahren dokumentiert werden für 15 europäische und außereuropäische Staaten. Die Untersuchung ist fokussiert auf die Ausweitung der Kreditvergabe durch Investment-Banken und andere Geldgeber, auf die Kreditvergabe an Gesellschaften, Haushalte und für Grundstücke und Geschäfte unter den Anbietern. Zu alledem soll eine Datenbank eingerichtet werden, auf die auch die anderen Teilprojekte zurückgreifen können. Im anschließenden 2. Teilprojekt sollen die ökonomischen Effekte der "Finanzialisierung" untersucht werden im Hinblick auf Gewinne, Risiken und Krisen insbesondere mit der Frage, ob Krisen nur eine gelegentliche Randerscheinung darstellen oder (neuerdings?) mit einiger Regelmäßigkeit im wirtschaftlichen Phasenverlauf auftreten. Das dritte Teilprojekt soll den politischen Konsequenzen der Finanzialisierung nachgehen im Hinblick auf Inflation und Deflation, die Auswirkungen hoher Verschuldung auf Wahlen und auf die "Eigentümer-Gesellschaft".
Freie Universität Berlin
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
John-F.-Kennedy Institut
Prof. Dr. Moritz Schularick
Lansstr. 7-9
14195 Berlin
Tel.: 030 8385 2884
Fax: 030 8385 2885
* * * *
Informationen
zu dieser Initiative:
Bislang bewilligte Projekte:
Bewilligungen 2011
Bewilligungen 2010
Bewilligungen 2009
Bewilligungen 2007
allgemein: