Pro Geisteswissenschaften / Focus on the Humanities
Bewilligungen / Grants 2010
Opus magnum
Poetik der Natur. Eine Literaturgeschichte der Geologie
Bewilligung: 17.09.2010 Laufzeit: 2 Jahre
Universität Tübingen
Neuphilologische Fakultät
Deutsches Seminar
Abt. für Neuere deutsche Literatur
Prof. Dr. Georg Braungart
Wilhelmstraße 50
72074 Tübingen
Tel.: 07071-2972371
Fax: 07071/29-5227
Homepage: www.germ.uni-tuebinge
* * * *
Dienst und Wohltun. Lokale Herrschaft, scheiternde Staaten, Empire: Ostiran vor der mongolischen Eroberung
Bewilligung: 31.08.2010 Laufzeit: 2 Jahre
Ziel des Projekts ist eine systematische, interdisziplinär lesbare Darstellung von Herrschaftsverhältnissen in der "mittelalterlichen" islamischen Welt. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung der sozialen Bindungen zwischen Repräsentanten der vermuteten unterschiedlichen Niveaus von Herrschaft, die insbesondere mit der Begrifflichkeit von "Dienst" und "Wohltun" beschrieben werden. Als Material dienen neben "Erfolgsgeschichten" auf der imperialen Ebene auch Berichte von gescheiterten und flüchtigen Staatsgründungen: Wenn man Gründe für das Scheitern oder die mangelnde Bestandskraft solcher Herrschaften benennen kann, wird im Umkehrschluss der Erfolg anderer "Reichsgründungen" besser verständlich. Gesucht wird nach denjenigen sozialen und politischen Verhältnissen, welche das explosionsartige Anwachsen und die implosionsartige Zerstörung imperialer Strukturen möglich machten; diese Verhältnisse werden im Zusammenspiel zwischen lokalen, regionalen und imperialen Herrschern vermutet. Dazu werden Beispiele aus den letzten hundert Jahren vor der mongolischen Eroberung der Region untersucht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem "Reich" des Hwarazmsah (2. Hälfte 12. Jahrhundert bis zur mongolischen Eroberung).
Universität Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät I: Sozialwissenschaften
und historische Kulturwissenschaften
Orientalisches Institut
Seminar für Arabistik und Islamwissenschaft
Prof. Dr. Jürgen Paul
Mühlweg 15
06114 Halle (Saale)
Tel.: 0345 55 24074
Fax: 0345 55 27123
Homepage: http://www.orientphil.uni-halle.de/sais/mitarbeiter.php?m=paul
* * * *
Die Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350-1600)
Bewilligung: 19.07.2010 Laufzeit: 2 Jahre
Das Projekt intendiert eine Darstellung der Philosophie von der Zeit Petrarcas bis in die Zeit um 1600. Es will die vielschichtige philosophische Debatte, die ineins eine philologische, poetologische, theologische, naturtheoretische und psychologische Debatte gewesen ist, in zweifacher Perspektive vergegenwärtigen. Einmal als Problem- und Begriffsgeschichte, zum anderen als Personen- oder Autorengeschichte und zwar so, daß beide Perspektiven auf einander bezogen werden und nicht in abstrakter Diversität zueinander verharren. In der Darstellung soll versucht werden, das Entstehen des Humanismus oder der Renaissance aus den vorausgegangenen Diskussionslagen verstehbar zu machen, ohne die Differenzen einzuebnen; ebenso sollen die über die Frühe Neuzeit hinausgehenden Impulse der verschiedenen Denkschulen und Diskurse zumindest angesprochen und herausgestellt werden. Die Frühe Neuzeit soll in diesem Projekt als Epoche sui generis verständlich gemacht werden, als eine Zeit, die nicht nur darin aufgeht, sich gegen 'Altes' abgesetzt zu haben und 'Neues' vorbereitet zu haben. Die Intention ist zudem, eine, trotz der großen Menge an 'Daten' und 'Material', konzentrierte Darstellung zu erreichen, die Kürze nicht auf Kosten des Gehaltes durchsetzen muß.
Universität Münster
Fachbereich 8 Geschichte-Philosophie
Philosophisches Seminar
Prof. Dr. Thomas Leinkauf
Domplatz 23
48143 Münster
Tel.: 0251 83 24 469
* * * *
Macht und Rechtfertigung. Eine deliberative Theorie supranationaler Integration
Bewilligung: 29.07.10 Laufzeit: 1 Jahre 6 Monate
Das Projekt leistet einen grundlegenden Beitrag zur Debatte über die Legitimitätsgrundlagen der EU. Es kombiniert normative Reflexionen und empirische Einsichten und argumentiert auf der Grundlage eines logischen Zusammenhanges von Sollen und Sein. Es bedient sich zur Entwicklung des Argumentes der Integrationstheorie, der Rechtstheorie und der politischen Theorie, um so eine gerechtigkeitstheoretische Rekonstruktion der Gründe für den Zusammenhalt der Europäischen Union formulieren zu können. Das zentrale Argument des Buches lautet, dass Gerechtigkeit, verstanden als gerechtfertigte Politik zwar eine zentrale Bedingung für politischen Zusammenhalt ist, dass sie gleichzeitig aber nur dann in der internationalen Politik eine Chance auf Realisierung hat, wenn sie als übergreifender Rechtfertigungsdiskurs zwischen Regierungen, internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen sowie individuellen Bürgern organisiert wird. Diese Chance ist nicht bloßes utopisches Wunschdenken, sondern kann theoretisch begründet und in der empirischen Realität gut ausgebauter supranationaler Strukturen beobachtet werden.
Europa-Universität Viadrina
Frankfurt/Oder
Kulturwissenschaftliche Fakultät
Professur für Politikwissenschaft
Prof. Dr. Jürgen Neyer
Postfach 1786
15207 Frankfurt/Oder
Tel.: 0335 5534 2821
Fax : 0335 5534 2826
* * * * *
Geschichte eines Scheinriesen: Deutung und Bedeutung der Massenmedien im 20. Jahrhundert
Bewilligung: 29.07.10 Laufzeit: 2 Jahre
Wie genau entstand die politische Bedeutung von Massenmedien? Und wie veränderte sie sich im Lauf des 20. Jahrhunderts? Das Projekt geht von der Annahme aus, dass es die "gefühlte" Bedeutung der Medien war, die die reale Bedeutung hervorbrachte. Untersucht wird, wie Politiker und Militärs den Vertretern der Medien begegneten, wie sie die Medien wahrnahmen und deuteten. Im Mittelpunkt stehen Großbritannien, Deutschland und die USA zur Zeit der Weltkriege sowie des Korea- und des Vietnamkriegs. Denn die Kriege, so eine weitere Ausgangsthese des Projekts, prägten und veränderten die Wahrnehmung der Medien in entscheidender Hinsicht.
Technische Universität Braunschweig
Historisches Seminar
Abteilung für alte, mittelalterliche
und neuere Geschichte
Prof. Dr. Ute Daniel
Postfach 33 29
38023 Braunschweig
Tel.: 0531 391 3094 3091
Fax : 0531 391 8162
* * * * *
Praktische Theologie. Theorie der Kommunikation des Evangeliums in der Gegenwart
Bewilligung: 02.06.2010 Laufzeit: 2 Jahre
Das Projekt will die pastoraltheologische und kirchentheoretische Engführung früherer Praktischer Theologie überwinden. Es soll aber auch eine Auflösung in eine theologisch unterbestimmte allgemeine Kulturtheorie vermieden werden. Demgegenüber wird Praktische Theologie als eine Theorie der Kommunikation des Evangeliums in der Gegenwart entworfen. Dabei dient "Kommunikation des Evangeliums" als konzeptioneller Rahmen zur Integration theologischer und kommunikationswissenschaftlicher Fragestellungen und Einsichten. So sollen wichtige Probleme der Theoriegeschichte der Praktischen Theologie gelöst und Impulse für eine Verbesserung der Kommunikationsprozesse gegeben werden.
Universität Münster
Evangelisch-Theologische Fakultät
Seminar für Praktische Theologie
und Religionspädagogik
Prof. Dr. Christian Grethlein
Universitätsstr.13-17
48143 Münster
Tel.: 0251 83 22943
Fax: 0251 83 25204
* * * *
Dilthey-Fellowships
Homo contractualis. Strategien und Fiktionen der Verrechtlichung in der Moderne
Bewilligung: 20.04.2010 Laufzeit: 5 Jahre
Der Vertrag ist für die Selbstbestimmung des modernen Menschen von zentraler Bedeutung. Diese These mag erstaunen, geht man doch gewöhnlich davon aus, dass Kategorien wie das Imaginäre, das Unbewusste, die nationale Zugehörigkeit oder die sexuelle Orientierung für die Identitätskonstruktion in der Moderne signifikant sind, nicht aber eine so formal-rationale Kategorie wie der Vertrag. Ein Blick in zentrale Texte des Kontraktualismus etwa bei Hobbes oder Rousseau zeigt jedoch, dass der Vertragsschluss dort als Menschwerdung begriffen wird. Das Projekt untersucht ausgehend von philosophischen, literarischen, rechtshistorischen Texten und ästhetischen und anthropologischen Schriften, wie der Vertrag in der Moderne Einzug in die Selbstbeschreibung des Menschen erhält. Es versteht den Vertrag dabei aber weniger als Gründungsfigur, wie es die Kontraktualismustheorien nahelegen, sondern vielmehr mit Foucault als eine kontinuierliche Technik des 'Regierens', anhand derer der moderne Mensch Fiktionen und Strategien des autonomen Handelns ohne den Rückbezug auf eine Transzendenz erzeugt und legitimiert.
Universität Münster
Germanistisches Institut
Abt. Neuere deutsche Literatur
Dr. Sigrid G. Köhler
Hindenburgplatz 34
48143 Münster
* * * *
Globale Hilfe - Amerikanische Nichtregierungsorganisationen und International Relief 1890-2010
Bewilligung: 20.04.10 Laufzeit: 5 Jahre
Warum helfen Menschen anderen Menschen über nationale Grenzen hinweg? Wovon rühren Betroffenheit und das Verständnis, Verantwortung für Notleidende in fernen Ländern zu tragen? Welche Bedeutung haben neben persönlichen Prägungen, der Religion sowie moralischen Überzeugungen auch politische und wirtschaftliche Interessen und welche Rolle spielt der nationale oder kulturelle Kontext, in dem Hilfe geleistet wird? Grundsätzliche Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt des Projekts, das den Beitrag US-amerikanischer Nichtregierungsorganisationen wie C.A.R.E, die Quäkerhilfe oder das Amerikanische Rote Kreuz bei der Entstehung globaler Mechanismen internationaler Not- und Krisenhilfe (engl. Relief) von den Anfängen bis in die Gegenwart untersucht. Ziel ist es, mittels eines globalgeschichtlichen Ansatzes Motive, Ideologie und Techniken privater, grenzüberschreitender Hilfe im Spannungsfeld zwischen der spezifisch amerikanischen Herkunft der NGOs sowie ihrer Einbindung in internationale Netzwerke und Diskurse zu analysieren.
Universität Gießen
Historisches Institut
Dr. Daniel Roger Maul
Otto Behaghel-Straße 10 C
35394 Gießen
Tel.: 0641 99 28144
* * * * *
Der Sprung in die Sprache - Die Konstitution des Selbst in einer sozialontologischen Analyse zwischen kulturellem Hintergrund und selbstreflexivem Cogito
Bewilligung: 20.04.10 Laufzeit: 5 Jahre
Kann sich der Mensch frei in der Sprache konstituieren? Das vorgeschlagene Projekt ist der Versuch, die Frage, was die Sprachlichkeit für das individuelle menschliche Dasein bedeutet, neu zu stellen und zu beantworten. Eine strukturelle Analyse der Grundlagen des menschlichen Lebens als gesellschaftliches Leben muss die Konstruktion des einzelnen durch die anderen, d.h. durch die Sprache, die den mit diesen anderen geteilten Raum der Bedeutungen ausmacht, mit einbeziehen. Umgekehrt bedarf eine Analyse des Handlungsselbst der Einsicht in die sprachliche Konstitution der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die Spannung des Titels steckt das theoretische Feld der Arbeit ab: Was hat die Existenzphilosophie, die den Begriff "Sprung" prägt, mit einer sprachanalytisch motivierten Gesellschaftsanalyse zu tun? Es ist das zentrale Forschungsanliegen, diese Verbindung in dem hier vorgeschlagenen Projekt auszuloten.
Universität Leipzig
Institut für Philosophie
Lehrstuhl für Theoretische Philosophie
Dr. Beatrice Kobow
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig
* * * * *
Der Freigeist - Ein deutsches Feindbild. Studien zur Kritik der radikalen Aufklärung im 18. Jahrhundert
Bewilligung: 20.04.10 Laufzeit: 5 Jahre
Entgegen der gängigen Meinung teilten die meisten deutschen Aufklärer die Überzeugung, dass ihr Hauptziel, nämlich die Beförderung von Tugend und Glückseligkeit, ohne ein christliches Wertefundament nicht erreicht werden konnte. Das schloss Ideen zur Verbesserung der christlichen Religion keineswegs aus. Um so mehr wurden alle Formen radikaler Religionskritik, die auf Diskreditierung oder gar Abschaffung der Religion ausgingen, in hunderten von Schriften als "Freigeisterei" bekämpft. Getragen wurde diese publizistische Offensive nicht nur von Theologen, sondern ebenso von Dichtern, Philosophen, Juristen, Staatsdenkern und Naturwissenschaftlern, die mit gutem Recht als aufgeklärt angesehen werden dürfen. Nicht minder als "Aberglaube", "Vorurteil" oder "Pedanterie" gehört "Freigeisterei" zu den 'Kampfbegriffen' (N. Hinske), gegen die sich die Aufklärung in Deutschland formierte. An diesem signifikanten Diskurs soll nicht nur das komplexe Verhältnis der deutschen Aufklärer zur Religion exemplarisch beschrieben werden, sondern auch die Dialektik des intellektuellen wie gesellschaftlichen Fortschritts, der selbst im 'age of enlightenment' nicht ohne Brüche und eine jederzeit spürbare Krisenstimmung verlief.
Universität Heidelberg
Neuphilologische Fakultät
Germanistisches Seminar
Dr. Björn Spiekermann
Hauptstraße 207-209
69117 Heidelberg
Tel.: 06221 544374
* * * * *
Autorität und Demokratie. Debatten über die Erziehung der Jugend in Deutschland und Frankreich, ca. 1945-1980
Bewilligung: 20.04.10 Laufzeit: 5 Jahre
"Erziehung" war eines der großen Themen, welche die europäischen Gesellschaften nach Kriegsende umtrieben. In ganz Europa wurden Erziehungsfragen bereits unmittelbar nach Kriegsende intensiv diskutiert, als Reaktion auf die - verschieden erlebte und gedeutete - Katastrophe. Der gesellschaftliche Wandel der 1950er und 1960er Jahre ließ die Diskussionen um die Frage, wie man Jugendliche zu Bürgern der Zukunft formen könne und solle, immer wieder mit aller Schärfe aufflammen. Im Mittelpunkt des Projektes steht der Wandel von Erziehungsidealen und -praktiken in (West-)Deutschland und Frankreich zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den späten 1970er Jahren. In Debatten über Erziehung reflektierten Erzieher und Intellektuelle, Politiker und Medien über das Verhältnis von Autorität und Demokratie, über den Umgang mit der Vergangenheit und das Ideal des Bürgers der Zukunft. Sie eignen sich daher als Sonde, um neue Einblicke in grundlegende gesellschaftliche Entwicklungen der Nachkriegszeit zu gewinnen.
Universität Freiburg
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Dr. Sonja Levsen
Rempartstraße 15
79085 Freiburg
Tel.: 0761 2033451
Fax : 0761 2033464
* * * * *
Eucharistie - Leibliche Gabe
Bewilligung: 20.04.10 Laufzeit: 5 Jahre
Das Projekt geht vom soziologischen Gabe-Diskurs aus, der seit geraumer Zeit auch in der Phänomenologie und Theologie rezipiert wird. In einem ersten Schritt soll ein Überblick über die unterschiedlichen Diskussionsfelder erarbeitet werden, um den Diskurs mit seinen verschiedenartigen Fragestellungen zu verstehen. Danach wird der phänomenologische Zusammenhang zwischen Leib und Gabe benutzt, um die Eucharistie-Theologie auf das Thema hin aufzuschließen. Dazu wird die moderne Fragestellung mit den Ansätzen von Augustinus, Anselm von Canterbury, Maximus Confessor und Johannes von Damaskus in Beziehung gesetzt. Zum Schluss erfolgt ein Zwiegespräch mit der radikal-orthodoxy-Bewegung, die unter Ablehnung des modernen Gabe-Diskurses zu einer ganz eigenen Interpretation der Vätertexte gekommen ist. Ziel des Projektes ist es, den Gabe-Diskus in seinen unterschiedlichen Facetten besser zu verstehen und aktuelle Fragestellungen mit der Theologie und ihrer Tradition in Verbindung zu bringen.
Katholische Universität
Eichstätt-Ingolstadt
Theologische Fakultät
Lehrstuhl für Fundamentaltheologie
PD Dr. Florian Bruckmann
Postfach
85071 Eichstätt
Tel.: 08421 93 1444
Fax : 08421 93 1779
Homepage: http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/THF/fundamental/mitarbeiter/bruckmann.de
* * * * *
Informationen
zu dieser Initiative:
Merkblatt
Bislang geförderte Projekte:
Bewilligungen 2011
Bewilligungen 2010
Bewilligungen 2009
Bewilligungen 2008
Bewilligungen 2007
Bewilligungen 2006
allgemein:
Was Antragsteller wissen müssen