Wissen und Können. Kognitive Fähigkeiten biologischer und künstlicher Systeme

Team:

Prof. Dr. Andreas Bartels, Universität Bonn, Institut für Philosophie

Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley, Klinikum der Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Eine zentrale Annahme des Forschungsvorhabens besteht darin, dass verschiedene kognitive Leistungen anhand der zugrundeliegenden Repräsentationsformate charakterisiert und verständlich gemacht werden können. Eines der Ziele war es dabei, Repräsentationsformate abzugrenzen, die verschiedenen Formen des Wissens und des Könnens zugrundeliegen.
In der bisherigen Projektlaufzeit konnte diesbezüglich gezeigt werden, dass Formen des Wissens und des Könnens anhand sensomotorischer, bildhafter und propositionaler Repräsentationen sowie der Ersten- und Dritten-Person-Perspektive unterschieden werden können, und dass es bei der Ausübung kognitiver Fähigkeiten zu Fehlleistungen kommen kann, die durch das Vorhandensein konfligierender Repräsentationsformate hervorgerufen werden. Außerdem wurde nachgewiesen, dass diese Unterscheidung verschiedener Repräsentationsformate dazu herangezogen werden kann, bestimmte räumliche Orientierungsfähigkeiten und soziale Fähigkeiten zu erklären. Im neurowissenschaftlichen Teilprojekt wurden die dazugehörigen neuralen Korrelate untersucht.

Derzeit konzentriert sich die Forschung zum einen auf die Ausweitung der Theorie auf die Verwendung von Repräsentationen in kognitiven Mechanismen, wozu auch die weitere Untersuchung möglicher Konflikte zwischen verschiedenen Repräsentationsformaten in der Raumkognition gehört, sowie auf die weitere Ausarbeitung eines Begriffs der Repräsentation, der in den Neurowissenschaften Anwendung finden kann. Zum anderen wird die Theorie der Repräsentationsformate auf weitere Bereiche kognitiver Fähigkeiten angewandt. Im Einzelnen wird untersucht, (i) wie sich Fähigkeiten zur Objektwahrnehmung im Sinne nicht-begrifflicher (i.e. sensomotorischer und bildhafter) und propositionaler Prozesse analysieren lassen, (ii) wie propositionale und nicht-begriffliche Fähigkeiten dazu herangezogen werden können, sozial-kognitive Leistungen (und Fehlleistungen) zu erklären, und (iii) wie verschiedene Repräsentationsformate bei Raumorientierungsleistungen miteinander interferieren können.

Die Ergebnisse können z.B. auf Probleme der Lerntheorie angewendet werden, indem die Erwerbs- und Verwendungsbedingungen verschiedener Repräsentationen daraufhin untersucht werden, ob es zu Konflikten zwischen Repräsentationsformaten kommt. So können vorteilhafte Voraussetzungen geschaffen und nachteilige Bedingungen gezielt vermieden werden.

Publikationen

E.-M. Jung, E.-M., Newen, A. (2010): Knowledge and Abilities: The need for a new understanding of knowing-how; in: Phenomenology and Cognitive Sciences, 9,1, 113-131.

Newen, A., Bartels, A.: Animal Minds and the Possession of Concepts, Philosophical Psychology, Vol. 20, No. 3. Juni 2007, 283-308

Bartels, A. & May, M. (2009). Functional role theories of representation and content explanation – with a case study from spatial cognition. Cognitive Processing, 10, 63-75.

Digitale Veröffentlichungen

Bartels, A. & May, M. (2009). Functional role theories of representation and content explanation - with a case study from spatial cognition. Cognitive Processing, 10, 63-75.

Gall-Peters, A., Schütz, J. & May, M (submitted). Remembering where on the basis of spatial action and spatial language: Pilot experiments. Unpublished manuscript.

E.-M. Jung, E.-M., Newen, A. (2010): Knowledge and Abilities: The need for a new understanding of knowing-how; in: Phenomenology and Cognitive Sciences, 9, 1, 113-131.

May, M. (2007). Imaginal repositioning in everyday environments: Effects of  testing method and setting. Psychological Research, 71, 277-287.

May, M. (2006). Raum. In J. Funke & P. A. Frensch (Hg.): Handbuch der Allgemeinen Psychologie: Kognition (S. 66-74). Göttingen: Hogrefe.

May, M. (2004). Imaginal perspective switches in remembered environments: Transformation versus interference accounts. Cognitive Psychology, 48, 163-206.

Newen, A. , Bartels, A. (2007): Animal Minds and The Possession of Concepts in: Philosophical Psychology 20 No.3, S.283-308.

Newen, A., Fiebich, A.: A developmental theory of self-models, in: Wolfgang Mack, Gerson Reuter (eds.): Social Roots of Self-Consciousness. Psychological and Philosophical Contributions. Akademie Verlag, Berlin 2009, 161-186.

Newen, A., Pompe, U.: Begriff und Erkenntnis: Eine Analyse von Objektwahrnehmung im Rahmen einer repräsentationalen Theorie, in: R. Schantz (ed.): Wahrnehmung und Wirklichkeit, Ontos Verlag 2009, 123-154.

Newen, A., Vosgerau, G. (2007), A Representational Theory of Self-Knowledge, Erkenntnis, 67 (2), 337-353.

Synofzik, M., Vosgerau, G., Newen, A.: I move, therefore I am: A new theoretical framework to investigate agency and ownership, in: Consciousness & Cognition 17, 2008, 411-424.

Publikationen Team Vogeley

Schriftgröße Schrift zurücksetzenSchrift größerSchrift ganz groß
© VolkswagenStiftung  2012
VolkswagenStiftung Kastanienallee 35 Hannover 30559 Germany 51.124213 10.546875