Dokumentation bedrohter Sprachen / Documentation of Endangered Languages
Bewilligungen / Grants 2004
The documentation of Sri Lanka Malay: Linguistic and cultural creolization endangered
Bewilligung: 31.08.2004 Laufzeit: 3 Jahre
Zielsprache dieses Dokumentationsvorhabens ist das Sri Lanka Malay, eine auf dem Malayischen basierende Kreolsprache auf Sri Lanka. Die Malayen kamen im Zuge der holländischen (1656-1796) und britischen Besatzung (1796-1948) als Garnisonssoldaten und Arbeiter auf die Insel. Heute stellen sie mit 46.000 Personen eine Minderheit der 18,5 Millionen Einwohner dar. Durch den engen Kontakt zu Sinhala und Tamil, den beiden dominierenden Sprachen Sri Lankas, entwickelten die Malayen im Laufe der Zeit eine ganz neue Sprache, die sich über Generationen hinweg in den Familien gehalten hat - das Sri Lanka Malay. Da im öffentlichen Leben so gut wie nicht genutzt, geriet die Sprache gerade in den vergangenen Jahren massiv unter Druck. Aus linguistischer Sicht ist sie besonders deshalb interessant, da sie nicht von einer europäischen Sprache beeinflusst wurde. Die Analyse wird daher möglicherweise Hinweise geben, wie Kreolisierungsprozesse im Allgemeinen ablaufen. Ziel ist es, die vier Varianten des Sri Lanka Malay festzuhalten. Verschiedenen Textgenres werden dabei ebenso berücksicht wie das soziale Umfeld der jeweiligen Sprecher. Neben einer strukturellen Beschreibung jeder Variante umfasst die Dokumentation auch Konversationsstrategien, Gestik, nonverbale Kommunikation, Lieder, oral literature und oral history.
University of Amsterdam
Faculty of Humanities
Dr. Umberto Ansaldo
University of Amsterdam
Institute of Phonetic Science (IFA)
Lisa Lim
University of Peradeniya
Department of English
Professor Dr. Thiru Kandiah
Ansprechpartner:
University of Amsterdam
Faculty of Humanities
Dr. Umberto Ansaldo
Herengracht 182
1016 BR Amsterdam
NIEDERLANDE
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Documenting the Languages of the People of the Center, Especially Bora and Ocaina (North West Amazon)
Bewilligung: 31.03.2004 Laufzeit: 3 Jahre
Das Vorhaben wurde am 13.11.2007 von Bochum nach Regensburg umgesetzt.
"People of the Center" wird eine Gruppe von Sprechergemeinschaften in Nord-West-Amazonien genannt, das - über 3.000 Kilometer vom Meer entfernt - zu den entlegensten Gebieten der Welt zählt. Die Folge ist, dass die botanisch-zoologische wie auch die sprachliche Diversität besonders groß ist. In einem gemeinsamen kulturellen Komplex finden sich hier sieben verschiedene Sprachen aus unterschiedlichen Sprachfamilien, die dennoch typologische Charakteristiken wie beispielsweise eine hochgradig polysynthetische morphologische Wortstruktur verbinden. Eine kulturelle Besonderheit aller sieben Sprechergemeinschaften sind die extensiven Prozesse zur Vorbereitung traditioneller Feste, die von in ganz Amazonien einzigartigen Diskurstypen geprägt sind. Die Sprachdokumentation konzentriert sich auf das Bora und das Ocaina, wobei vollständig annotierte Videoaufnahmen eines repräsentativen Samples von jedem Haupttyp eines kommunikativen Ereignisse gemacht werden. In Ergänzung der eigentlichen Sprachdokumentation will man sich auch dem indigenen Wissen über Natur und Umwelt, kulturspezifischen Formen der Gestik und der Analyse der für die Sprechergemeinschaften sehr speziellen Trommel-Kommunikation widmen.
Universität Regensburg
Institut für Medien-, Informations- und Kulturwissenschaft (IMIK)
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft
Dr. Frank Seifart
Université Paris 7
Dr. des. Doris Fagua
Centre National de la Recherche
Scientifique (CNRS)
Dr. Jürg Ulrich Gasché
Universidade Federal do Rio de Janeiro
Dr. des. Edmondo Marcelo Mendes Pereira
Ansprechpartner:
Universität Regensburg
Institut für Medien-, Informations- und Kulturwissenschaft (IMIK)
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft
Dr. Frank Seifart
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg
Tel.: 0941 943 3424
Fax: 0941 943 2429
Homepage: http://www-avs.uni-regensburg.de/frank_seifart.htm
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Beaver knowledge systems: documentation of a Canadian First Nation language from a placenames perspective
Bewilligung: 31.03.2004 Laufzeit: 3 Jahre
Zielsprache dieses Dokumentationsvorhabens ist das Beaver, eine hochgradig bedrohte athabaskische Sprache Nordamerikas, die heute noch von etwa 100 bis 150 Menschen in verschiedenen weit auseinanderliegenden Siedlungen in den beiden kanadischen Provinzen Alberta und British Columbia gesprochen wird. Die Dokumentation nimmt ihren Ausgangspunkt in der Erstellung eines MultimediaKorpus von narrativen Texten über Orte bzw. Örtlichkeiten sowie einer Liste von bedeutungstragenden Ortsnamen, die in ihrer reichen kontextuellen Bedeutung aufgezeichnet werden sollen. Dieses Vorgehen eignet sich besonders für die Dokumentation athabaskischer Sprachen, da Landschaft in dieser Kultur als kulturelle und soziale Entität zu verstehen ist und über die Erzählungen über einzelne Orte das kulturelle Wissen zwischen den Generationen weitergegeben wird. Die Dokumentation wird ergänzt durch Untersuchungen zu ethnobotanischem und ethnoökologischem Wissen.
Universität Köln
Allgemeine Sprachwissenschaft
Institut für Linguistik
Dr. Dagmar Jung
Postfach
50923 Köln
Tel.: 0221 470 6327
Fax: 0221 470 5947
Homepage: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifl/asw
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Towards the documentation of Saliba/Logea, an endangered language of Papua New Guinea
Bewilligung: 31.03.2004 Laufzeit: 3 Jahre
Papua-Neuguinea ist mit mehr als 800 verschiedenen Sprachen für seine große linguistische Diversität bekannt. Da die meisten Sprechergemeinschaften sehr klein sind, werden sie vom Englischen und/oder vom Pidgin bedroht. Dies trifft auch auf Saliba und Logea zu, zwei eng verwandte Dialekte, die auf Inseln an der Südspitze Papua-Neuguineas von rund 2.500 Menschen gesprochen werden. Ziel des Vorhabens sind Audio- und Videoaufnahmen von gesprochener Sprache und kulturellen Aktivitäten. So sollen unter anderem Interviews mit Community Elders zu besonderen Aspekten wie Naturheilmitteln, Fischen, Gartenbau und Handwerkskunst gemacht werden. Dazu werden traditionelle kulturelle Praktiken - wie Jagen und Fischen, Szenen der Konfliktmediation in der Sprechergemeinschaft, Familiengeschichten sowie das matrilineare System des Landbesitzes dokumentiert. Darüber hinaus geht es um die Dokumentation von Herstellung und Gebrauch des traditionellen Segelkanus sowie der zugehörigen Geschichten. Außerdem will man Pflanzennamen und Texte mit ethnobotanischer Bedeutung sammeln. Abschließend will man die sich gerade vollziehende Verschriftlichung des Saliba und Logea wissenschaftlich begleiten. Das Projekt wird von einem deutsch-australischen Team durchgeführt.
Monash University
Faculty of Arts
School of Languages, Cultures and Linguistics
Linguistics Program
Dr. Anna Margetts
University of Melbourne
Department of French and Italian Studies
- Head of Department Assoc. Prof. John Hajek
Universität Kiel
Seminar für Allgemeine Sprachwissenschaft
Prof. Dr. Ulrike Mosel
Ansprechpartner:
Monash University
Faculty of Arts
School of Languages, Cultures and Linguistics
Linguistics Program
Dr. Anna Margetts
Clayton campus, Wellington Road
Clayton, Victoria 3800
AUSTRALIEN
Tel.: +61 3 990 52290
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Lowland Chontal and Cultural Heritage: A Documentation Project in Southeastern Oaxaca, Mexico
Bewilligung: 31.03.2004 Laufzeit: 3 Jahre
Ziel des Vorhabens ist die Dokumentation des Lowland Chontal von Oaxaca, einem Staat in Südmexiko. "Chontal" heißt in Nahuatl "Fremder" und ist schon von den Azteken benutzt worden, um alle ethnischen Gruppen im alten Mesoamerika zu bezeichnen, mit denen sie sich nicht vertraut fühlten. Chontal ist linguistisch besonders interessant, da es sich um eine isolierte Sprache handelt, deren genetische Affiliation bis heute nicht geklärt ist. Als Ergebnis der Dokumentation ist ein Sammlung mythisch-historischer Erzählungen über die Vergangenheit der Chontal geplant, wobei das indigene Wissen durch die akademische Rekonstruktion von Kultur und Geschichte ergänzt wird. Aufgezeichnet wird auch lokales Wissen über zentrale "landmarks" sowie die Terminologie im Chontal für Ackerbau und Natur. Darüber hinaus ist ein trilinguales Lexikon Chontal-Englisch-Spanisch sowie eine Sketchgrammatik geplant. Das Projekt wird von einer amerikanischen Linguistin und einem deutschen Anthropologen/Archäologen zusammen durchgeführt.
Universität Hamburg
Abteilung IV - Mesoamerikanistik
Archäologisches Institut
Prof. Dr. Ortwin Smailus
University of California, Santa Barbara
Department of Linguistics
Loretta O'Connor (PhD candidate)
University at Albany, State University
of New York
Department of Anthropology
Dr. des. Peter C. Kröfges (PhD candidate)
Ansprechpartner:
Universität Hamburg
Abteilung IV - Mesoamerikanistik
Archäologisches Institut
Prof. Dr. Ortwin Smailus
Johnsallee 35
20148 Hamburg
Tel.: 040 42838 4075
Fax: 040 42838 3255
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Informationen
zu dieser Initiative:
Bislang geförderte Projekte:
Bewilligungen 2009
Bewilligungen 2008
Bewilligungen 2007
Bewilligungen 2006
Bewilligungen 2005
Bewilligungen 2004
Dokumentation bedrohter Sprachen (Broschüre, pdf; 4,7 MB)
allgemein: