Perspektiven für „Cinderella Collections“ Universitätsmuseen und -sammlungen neu wahrnehmen Symposium vom 18. bis 20. Februar an der Humboldt-Universität zu Berlin „Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.“ – Die Geschichte des armen Mädchens, das aus der Asche Linsen herauslesen muss, darf in keinem Märchenbuch fehlen. Aschenputtel, im englischen Sprachraum unter dem Namen Cinderella bekannt, fristet ein karges Leben, bis es endlich vom Sohn des Königs in seinem Wert wahrgenommen und erlöst wird. Sprechen Museumsfachleute von Cinderella Collections, so ist die Rede von Sammlungen an Universitäten, die oft – obwohl von unschätzbarem Wert – ein Schattendasein führen und ihrer „Entdeckung“ harren. Insgesamt ist die Situation von Universitätsmuseen und -sammlungen mindestens als prekär zu bezeichnen. Erfüllt eine Sammlung eine Funktion für Forschung und Lehre, ist sie zwar in den Hochschulalltag integriert, eine Garantie für ausreichende Pflege und Förderung ist dies jedoch nicht. Fehlt eine solche aktive Nutzung oder fällt sie weg, wird der Wert der Sammlung oft gar nicht (mehr) wahrgenommen und es droht ihr die völlige Vernachlässigung. Von der notwendigen Unterstützung für eine zeitgemäße Erschließung und sachgerechte Betreuung gar nicht zu reden. Wie kann den Cinderellas der Museumswelt geholfen werden? Wie lässt sich der Fortbestand akademischer Sammlungen in angemessener Weise sicherstellen, so dass sie den heutigen Ansprüchen von Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation gerecht werden? Diese Fragen stehen im Zentrum des Symposiums „Universitätsmuseen und -sammlungen im Hochschulalltag – Aufgaben, Konzepte, Perspektiven“, das vom 18. bis 20. Februar an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfindet. Die Tagung wird vom Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité ausgerichtet und von der VolkswagenStiftung im Rahmen ihrer Initiative „Forschung in Museen“ mit 14.600 Euro gefördert. Mit dieser Förderinitiative möchte die Stiftung die Forschung als grundlegende Aufgabe der Museen stärker in den Blick rücken. Angesprochen sind Sammlungen unterschiedlicher Größe und thematischer Ausrichtung, vor allem aber die mittleren und kleinen Museen. Ebenfalls angestrebt wird eine Schärfung des Forschungsprofils von Museen in der öffentlichen Wahrnehmung. Impulse für die sammlungsbezogene Forschung in Deutschland gehen aktuell auch vom Wissenschaftsrat aus. Eine Arbeitsgruppe von Experten erarbeitet derzeit eine Empfehlung für den Umgang mit Objektsammlungen an Universitäten; die Überlegungen sollen auf dem Berliner Symposium diskutiert werden. Die Zielsetzung der Tagung insgesamt erläutert Dr. Cornelia Weber vom Helmholtz-Zentrum: „Zum einen sollen Zukunftskonzepte für die Nutzung traditioneller Universitätssammlungen erörtert werden, zum anderen möchten wir ein Netzwerk für Hochschulen etablieren. Es ist dringend erforderlich, einen intensiven Erfahrungsaustausch in Gang zu setzen, denn die Zusammenarbeit muss verbessert werden, um kollektive Aktivitäten in Angriff nehmen zu können. “ Das Symposium richte sich daher an interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in und mit universitären Sammlungen arbeiten, „aber natürlich auch an Rektoren und Hochschulmitarbeiter, die für diese verantwortlich sind“, sagt die Veranstalterin. Gemeinsam mit Dr. Cornelia Weber hat Dr.-Ing. Klaus Mauersberger von der Kustodie der Technischen Universität Dresden die wissenschaftliche Leitung der Tagung übernommen. Das von ihnen zusammengestellte Programm spiegelt die Bandbreite der Themenfelder von Universitätssammlungen wider und bietet in rund 20 Referaten Informationen und Diskussionsgrundlagen zu Fragen, deren Beantwortung die Zukunft dieser speziellen Sammlungen sichern helfen soll. Interessierte Wissenschaftler, Vertreter der Hochschuladministration und Journalisten können sich unter der Adresse http://universitaetsmuseen.hu-berlin.de bis zum 31. Januar 2010 anmelden. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Symposium sowie das detaillierte Programm. Bei Fragen im Zusammenhang mit der Tagung wenden Sie sich bitte an Gisela Schmidbauer vom Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik (Telefon: 030 2093 – 2563, Email: office.tagung-hzk@hu-berlin.de). Termin und Tagungsort 18. bis 20. Februar 2010 Senatssaal der Humboldt-Universität zu BerlinUnter den Linden 610117 Berlin Kontakt Förderinitiative Forschung in MuseenDr. Matthias NöllenburgTelefon: 0511 8381 – 290E-Mail: noellenburg@volkswagenstiftung.de Kontakt Symposium Dr. Cornelia WeberHermann von Helmholtz-Zentrum für KulturtechnikHumboldt-Universität zu BerlinUnter den Linden 610099 BerlinTelefon: 030 20932563E-Mail: office.tagung-hzk@hu-berlin.de