Feuilletonisten als Übersetzer fremder Kultur VolkswagenStiftung fördert internationales Symposium zum Thema Kulturtransfer innerhalb deutschsprachiger Zeitungen in Mitteleuropa vom 11. bis 12. Mai an der Nationalen Iwan Franko Universität in Lemberg. Lemberg, die Hauptstadt Galiziens, war bis ins 20. Jahrhundert hinein die Heimat ganz unterschiedlicher ethnischer und konfessioneller Gruppen. Im heutigen L’viv in der Westukraine lebten Deutsche, Polen und Ukrainer jüdischen oder christlichen Glaubens Seite an Seite. Diese kulturelle Vielfalt war dabei typisch für das damalige Mitteleuropa – erinnert sei nur an die Ära Prags zu Zeiten Franz Kafkas und des „rasenden Reporters“ Egon Erwin Kisch. Es ist also kein Zufall, dass vom 11. bis 12. Mai 2007 gerade in Lemberg – bzw. L’viv – 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Tschechien, Polen, Slowenien, Kroatien, Russland und der Ukraine zu der Tagung „Kulturelle Selbstverortung und Kulturtransfer in der Tagespresse deutschsprachiger Minderheiten in Mitteleuropa“ zusammenkommen. Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses steht dann die Frage, wie deutschsprachige Minderheiten in Mitteleuropa das Medium Zeitung genutzt haben, um in einem gleichermaßen durch Abgrenzung und kulturellen Austausch geprägten Prozess eine kollektive Identität auszubilden und zu vermitteln. Bedeutend ist vor allem die Tatsache, dass in der Periode der nationalstaatlichen Neuordnung Europas (1900-1939) neben dem Bemühen um die Behauptung nationaler Unterschiede auch Prozesse des Dialogs und des kulturellen Transfers stattgefunden haben. Am zweiten Veranstaltungstag, dem 12. Mai 2007, wenden sich die beteiligten Historiker, Sprach- und Literaturwissenschaftler insbesondere diesem Phänomen zu. Im Mittelpunkt steht dabei das Feuilleton als literarische Kleinform und Ort der Übersetzung von Kulturen, denn gerade in diesem Zeitungsteil fand zu jener Zeit ein vielfältiger Austausch über kulturelle Inhalte statt. Das von der Stiftung mit rund 20.000 Euro geförderte Symposium möchte ferner Brücken schlagen zur europäischen Gegenwart. So sieht sich die EU derzeit mehr denn je mit der Frage konfrontiert, wie angesichts zunehmender ethnischer und kultureller Unterschiede – Stichwort: EU-Osterweiterung – eine Einheit in der Vielfalt geschaffen werden kann. Zu der gemeinsam von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Universität L’viv veranstalteten Tagung sind interessierte Journalistinnen und Journalisten herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich im Vorfeld an bei der Organisatorin Professorin Dr. Sibylle Schönborn unter Telefon 0211-81-12950 oder E-Mail: schoenborn@phil-fak.uni-duesseldorf.de. Das vollständige Tagungsprogramm finden Sie hier. Die Vorträge werden auf Deutsch gehalten. Kontakt Symposium Universität Düsseldorf Germanistisches Seminar II Professorin Dr. Sibylle Schönborn Telefon: 0221-81-12950 E-Mail: infos@grenzdiskurse.de – sowie: schoenborn@phil-fak.uni-duesseldorf.de Veranstaltungsort: Nationale Iwan Franko Universität L’viv Universitets’ka Str. 1 79000 L’viv, Ukraine Raum 405 Beginn: Freitag, 11.5., 9 Uhr